Windows 10: Wartungs- und Updateoptionen für Unternehmen

Windows 10 ist für den Einsatz im Unternehmen und Organisationen bestens geeignet. Mit dem neuen Wartungsmodell („Servicing Branches“) können IT-Verantwortliche Updates und Upgrades steuern, um die Stabilität der Systeme zu sichern.

Windows 10 - Wartung mit Branches

Mit Windows 10 hat Microsoft das „Windows as a Service“-Konzept für die Entwicklung, Bereitstellung und Wartung des Windows-Betriebssystems eingeführt. Statt wie bei früheren Windows-Versionen nach einigen Jahren eine neu entwickelte Version folgen zu lassen (wie z.B. Windows 7 als Nachfolger von Windows XP) und diese mit größere Anpassungen durch „Service Packs“ sowie monatlichen Updates zu pflegen, wird Windows 10 kontinuierlich und iterativ gewartet. Geräte können in die sogenannten „Servicing Branches“ für die Steuerung der Updates eingeordnet werden. Das ist insbesondere für Einrichtungen und Unternehmen wichtig, die den Umstieg auf Windows 10 planen.

Aufwand für Windows 10-Wartung sinkt

Windows as a Service bedeutet: Für Windows 10 stellt Microsoft zweimal pro Jahr neue Features und Funktionen bereit und mindestens einmal pro Monat Sicherheits- und Stabilitätsupdates. Mit diesem Modell möchte Microsoft die bisher üblichen, meist aufwendigen Windows-Bereitstellungsprojekte überflüssig machen. Der Gesamtaufwand für die Wartung der Windows 10-Geräte wird durch den kontinuierlichen Aktualisierungsprozess sinken.

Microsoft unterscheidet in der Nomenklatur zwischen Update und Upgrade:

  • Upgrade (Feature Update): Eine neue Version von Windows 10 mit zusätzlichen Features und Funktionen. Wird zwei- bis dreimal pro Jahr veröffentlicht
  • Update (Quality Update): Regelmäßig veröffentlichte Pakete mit Sicherheitsupdates, Zuverlässigkeitsfehlerbehebungen und anderen Bugfixes. Die kumulativen Updates werden normalerweise einmal pro Monat am „Update-Dienstag“ veröffentlicht.

Durch diesen neuen Wartungsansatz wird eine Anpassung der Deployment-Prozesse in Einrichtungen und Unternehmen notwendig.

Windows-Updates im Unternehmenseinsatz über Wartungskanäle („Branches“) steuern

Microsoft Windows 10 im UnternehmenseinsatzDie Updatesteuerung ist ein entscheidendes Kriterium: Betriebssystem-Updates benötigen vor dem Ausrollen auf die Geräte ein ausführliches Testing der Kompatibilität mit Hardware und Anwendungen, um Risiken für die Stabilität der bestehenden IT-Systeme auszuschließen. Um den Verantwortlichen für das Ausrollen von Windows 10-Updates bzw. Upgrades ausreichend Zeit zu geben, hat Microsoft „Servicing Branches“ eingeführt. Diese Wartungskanäle steuern, in welcher Frequenz Geräte neue Windows-Funktionsupdates erhalten.

Seit Windows 10 Version 1703 lauten die relevanten Wartungskanäle für Windows 10 im Unternehmenseinsatz:

  • Semi-Annual Channel (Halbjähriger Kanal) ersetzt Current Branch (CB) and Current Branch for Business (CBB). CB entspricht dem „Semi-Annual Channel (Targeted)“, CBB dem „Semi-Annual Channel“.
    Microsoft peilt in diesem Kanal zwei Featureupdates pro Jahr an, jeweils im März und September. Jedes Release wird für 18 Monate ab Veröffentlichung unterstützt. Einrichtungen können somit entscheiden, wann die Updates auf den Rechnern ausgerollt werden. Ab Windows 10 Version 1607 kann das Deployment neuer Feature-Updates für ausgewählte Geräte durch die Windows Servicing-Tools wie „Windows Server Update Services (WSUS)“, „Microsoft System Center Configuration Manager“ oder „Windows Update for Business“ um bis zu 365 Tage verzögert werden.
  • Long-Term Servicing Channel (LTSC) ersetzt Long-Term Servicing Branch (LTSB). Im LTSC erhält Windows über einen längeren Zeitraum von ca. 2 bis 3 Jahren keine Funktionsupdates – das nächste Update in diesem Kanal wird 2019 erwartet. Microsoft unterstützt die Windows-Versionen im LTSC jeweils 10 Jahre lang. Der LTSC ist für geschäftskritische Geräte mit speziellen Einsatzzwecken wie POS-Systeme, Produktionssteuerung oder medizinische Ausrüstung gedacht.
    Achtung: Der LTSC steht nur der Windows 10 Version „Enterprise LTSB“ zur Verfügung, die ausschließlich über das Microsoft Volumenlizenzprogramm bezogen werden kann und für die der Abschluss einer Software Assurance notwendig ist.

Hinweis: In vorherigen Windows 10-Versionen hat Microsoft noch folgende Bezeichnungen verwendet:

  • Current Branch (CB): Funktions- und Sicherheitsupdates werden nach Veröffentlichung von Microsoft über die Windows-Update-Funktion zur Verfügung gestellt und installiert. Es gibt keine Möglichkeit, die Updates herauszuzögern.
  • Current Branch for Business (CBB): Die Installation von Updates kann über Gruppenrichtlinien maximal 8 Monate, über „Upgrades zurückstellen“ Einstellungen in Windows 10 Pro und Enterprise maximal 4 Monate hinausgezögert werden.
  • Long-Term Servicing Branch (LTSB): Über diesen Verteilerring werden keine automatischen Funktionsupdates und -upgrades eingespielt – alle Releases werden manuell über Installationsdateien ausgerollt. Für Windows 10-Versionen mit LTSB muss eine Software Assurance abgeschlossen werden.

Verfügbare Kanäle für die Windows 10-Versionen:

 

Windows 10 edition Semi-Annual Channel (Targeted) Semi-Annual Channel Long-Term Servicing Channel
Pro
Enterprise
Enterprise LTSB
Pro Education
Education
Mobile
Mobile Enterprise

Windows 10 in Unternehmen und Einrichtungen: Updates planen und Wartung steuern