Umstieg auf Windows 10 in Unternehmen und Einrichtungen

Unternehmen und Einrichtungen sollten sich rechtzeitig mit einem Umstieg auf Windows 10 beschäftigen – auslaufender Microsoft-Support für Windows 7 und neue Hardware machen den Umstieg notwendig. Updatezyklen, Funktionen und Features: Bei der Wahl der richtigen Windows 10-Variante gibt es einiges zu beachten. 

Umstieg auf Windows 10 in Organisationen und Unternehmen

Windows 7 ist nach wie vor das dominierende Betriebssystem für PCs in Unternehmen und Einrichtungen. Das bereits 2009 erschienene Windows 7 funktioniert stabil und erfüllt Anforderungen im professionellen Umfeld prinzipiell noch immer gut. Dennoch sollte sich Organisationen mittelfristig mit einem Umstieg auf Windows 10 beschäftigen.

  1. Gründe für den Umstieg auf Windows 10
  2. Passende Windows 10-Version für den Umstieg wählen
  3. Updates und Servicing Branches
  4. Windows 10 Enterprise Lizenzierungsoptionen

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Warum auf Windows 10 umsteigen?

Erweiterter Windows 7 Support läuft Anfang 2020 aus

Microsoft beendet den erweiterten Support für Windows 7 im Januar 2020. Das bedeutet: Ab diesem Datum wird es keine Sicherheits-Updates, Aktualisierungen und keinen technischen Support mehr durch Microsoft geben. Das bedeutet konkret:

  • Keine Hotfixes mehr
  • Keine Verlängerung des Supports möglich (wie bei Windows XP)
  • Erhöhtes Sicherheitsrisiko

Den grundlegenden Support für Windows 7 hat Microsoft bereits vor über zwei Jahren eingestellt. Seitdem gibt es zwar noch alle wichtigen Sicherheits-Updates, aber keine neuen Funktionalitäten.

Wie wichtig ein aktuelles Betriebssystem mit den neuesten Sicherheitsupdates und Sicherheitsfunktionen ist, haben die Ramsonware-Attacken der letzten Zeit wie „Wanna Cry“ gezeigt. Während Systeme mit Windows XP oder Windows 7 sich für Ransomware anfällig zeigten, wurden Microsoft zufolge keine Systeme mit Windows 10 durch WannaCry infiziert.

Markus Nitschke, Leiter Geschäftsbereich Windows bei Microsoft Deutschland: „Bereits bei Windows XP haben wir gesehen, dass sich Unternehmen frühzeitig mit dem Umstieg beschäftigen sollten, um spätere Risiken oder Kosten zu vermeiden.”

Neue Prozessoren unterstützen nur noch Windows 10

Auch die Hardware spielt eine entscheidende Rolle beim Umstieg auf Win 10. Notebooks und PCs mit Intel CPUs der 7. Generation („Kaby Lake“) sowie künftige CPU-Generationen unterstützen Windows 7 nicht mehr. Zudem stellt Intel keine Windows 7 Grafiktreiber für die im Prozessor integrierte Grafikeinheit zur Verfügung. Das bedeutet konkret, dass Windows 7 auf Geräten mit Intel Core CPUs der 7. Generation nicht mehr oder nur mit großem Aufwand installierbar und lauffähig ist. Ein stabiler Betrieb ist so nicht mehr gewährleistet.

Gleichzeitig wird der Bestand neuer Geräte mit Windows 7-kompatiblen Prozessoren wie der Intel Skylake-Generation immer geringer. Mittelfristig stehen Einrichtungen und Unternehmen vor der Entscheidung, bei der Anschaffung neuer Hardware zwangsläufig Windows 10 einzuführen.

Verbesserte Funktionen für den geschäftlichen Einsatz

Mit Windows 10 geht Microsoft stärker auf die Bedürfnisse von Unternehmen ein. Neben Funktionen für Produktivität und Benutzerfreundlichkeit, die für ein vertrautes und produktives Nutzererlebnis sorgen, sind verbesserte Funktionen für die Verwaltung und Bereitstellung von Geräten und Apps zentraler Bestandteil des Betriebssystems.

Windows 10 bietet zudem wesentliche Sicherheitsfunktionen, System- und App-Updates sowie die Kompatibilität, die Sie für den Schutz Ihrer Geräte und Infrastruktur vor modernen Gefahren benötigen.

Windows 10 Creators UpdateWelche Windows 10-Version für den Umstieg wählen?

Windows 10 gibt es wie die Vorgänger auch in verschiedenen Editionen für unterschiedliche Zielgruppen und Einsatzszenarien. Je nach Edition gibt es Unterschiede bei Verwaltungsfunktionen und Verwaltung sowie Bereitstellungen von Geräten und Apps. Welche Variante die passende ist, hängt von zahlreichen Kriterien ab:

Windows 10 Pro, Enterprise oder Education?

Für den geschäftlichen Einsatz kommen Windows 10 Pro und Windows 10 Enterprise in Frage. Während Windows 10 Pro für kleinere und mittlere Organisationen geeignet ist, richtet sich Windows 10 Enterprise an Einrichtungen mit einer großen Anzahl an PCs und hohen Ansprüchen an Sicherheit und Stabilität.

Windows 10 Enterprise bietet alle Funktionen von Windows 10 Pro sowie zusätzliche Features und Vorteile für den Einsatz in modernen Infrastrukturen (VDI, mobile Nutzung), für hohe Sicherheits- und Performanceanforderungen.

Für bezugsberechtigte Einrichtungen im Bildungsbereich ist Windows 10 Education erhältlich, das im Funktionsumfang Windows 10 Enterprise entspricht – jedoch ohne den digitalen Assistenten Cortana.

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Gruppenrichtlinien in Windows 10 Pro und Enterprise

Beim Einsatz im geschäftlichen Umfeld spielt die Möglichkeit, Computer- und Benutzereinstellungen in Netzwerken durch Gruppenrichtlinien festzulegen, eine entscheidende Rolle. Windows 10 Pro und Enterprise bringen hier unterschiedliche Voraussetzungen für die Einstellung von Gruppenrichtlinien mit – die Microsoft zudem im Zuge von Updates regelmäßig anpasst.

Der Windows Store beispielsweise lässt sich seit dem Update 1511 in der Windows 10 Pro-Version nicht mehr per Gruppenrichtlinie deaktivieren, obwohl dies vorher noch möglich war. In der Enterprise-Variante kann der Store nach wie vor deaktiviert werden. Bei der Wahl der Windows 10-Variante sollte also beachtet werden, in welchem Maße Gruppenrichtlinien zuverlässig benötigt werden.

Updates und Servicing Branches in Windows 10 Pro und Enterprise

Im geschäftlichen Umfeld steht das reibungslose Funktionieren der IT-Systeme im Vordergrund.  Funktions- und Systemupdates können zu Inkompatibilitäten mit installierten Anwendungen führen und Prozesse gefährden. Damit Administratoren Windows-Updates vor dem Ausrollen umfassend auf Kompatibilität testen können, gibt es verschiedene Update-Verteilerringe (“Branches”).

Bis zu Version 1703 hat Microsoft sein Service-Modell in folgende “Branches” unterschieden:

  • Current Branch (CB): Funktions- und Sicherheitsupdates werden nach Veröffentlichung von Microsoft über die Windows-Update-Funktion zur Verfügung gestellt und installiert.
  • Current Branch for Business (CBB): Die Installation von Updates lässt sich für eine bestimmte Zeit hinauszögern, um IT-Abteilungen die Möglichkeit zu geben, die Kompatibilität mit Hard- und Software zu testen.
  • Long-Term Servicing Branch (LTSB): Über diesen Verteilerring werden keine automatischen Funktionsupdates und -upgrades eingespielt – alle Releases werden manuell über Installationsdateien eingespielt. Für Windows 10-Versionen mit LTSB muss eine Software Assurance abgeschlossen werden.

Mit Windows 10 Version 1703 hat Microsoft dieses Modell wie folgt geändert:

  • Semi-Annual Channel (Halbjähriger Kanal) ersetzt Current Branch (CB) and Current Branch for Business (CBB).
    Microsoft peilt zwei Featureupdates pro Jahr an, jeweils im März und September. Jedes Release wird für 18 Monate ab Veröffentlichung unterstützt.
  • Long-Term Servicing Channel ersetzt Long-Term Servicing Branch (LTSB). Weniger regelmäßige Updates alle 2 bis 3 Jahre mit dem nächsten erwarteten Update 2019. Der LTSC ist für PCs für spezielle Einsatzzwecke, POS-Systeme, Produktionssteuerung oder medizinische Ausrüstung gedacht.

Windows 10 Enterprise CSP pro Nutzer auf bis zu 5 Geräten installieren

Windows 10 Enterprise Lizenzierungsoptionen

Windows 10 Enterprise ist in den Lizenzplänen E3 und E5 ausschließlich über die Microsoft Volumenlizenzprogramme als Update-Lizenz erhältlich. Mit dem neuen Microsoft 365 Enterprise bietet Microsoft zudem ein Lizenzpaket an, das Windows 10, Office 365 und Enterprise Mobility + Security (EMS) vereint. Das Paket löst Microsoft Secure Productive Enterprise (SPE) ab.

Windows 10 Enterprise E3

Windows 10 Enterprise E3 enthält gegenüber Windows 10 Pro zusätzliche Features wie Device Guard, AppLocker oder Windows to Go und ist in folgenden Lizenzprogrammen erhältlich:

  • E3 Open License, Open Value, Open Value Subscription
  • E3 Select+, Microsoft Products and Services Agreement (MPSA), Enterprise Agreement (EA), Enterprise Agreement Subscription (EAS), Cloud Solution Provider (CSP)

Windows 10 Enterprise E5

Windows 10 Enterprise E5 unterscheidet sich zur E3-Variante durch den zusätzlich enthaltenen Dienst Windows Defender Advanced Threat Protection (Windows Defender ATP) und ist in folgenden Lizenzprogrammen erhältlich:

  • E5 Select+, Microsoft Products and Services Agreement (MPSA), Enterprise Agreement (EA), Enterprise Agreement Subscription (EAS), Cloud Solution Provider (CSP)

Die Lizenzierungsvarianten für Windows 10 im Rahmen der Volumenlizenzprogramme sind sehr umfangreich und komplex – sprechen Sie unsere Lizenzexperten an für individuelle Lösungen.

Windows 10 Enterprise als nutzerbasiertes Abonnement

Windows 10 Enterprise kann in den Lizenzplänen E3 und E5 auch über das Cloud Solution Provider-Programm (CSP) bezogen werden. Als Onlinedienst ist Windows 10 Enterprise in CSP damit erstmals als flexibles und benutzerbasiertes Abonnement erhältlich, dessen Nutzung monatlich abgerechnet wird. Damit sind einige Besonderheiten verbunden:

  • Berechnet wird nur die tatsächliche Nutzung der Software. Neue Nutzer können einfach dazugebucht, nicht mehr benötigte Nutzer abgebucht werden. Auch ein Zuweisen bereits erworbener Lizenzen auf einen anderen Benutzer ist möglich.
  • Windows 10 Enterprise CSP darf pro Nutzer auf bis zu 5 verschiedenen Geräten bereitgestellt werden. Voraussetzung ist, dass auf den Geräten eine gültig lizenzierte Version von Windows 10 Pro Version 1607 bzw. Windows 10 Enterprise installiert ist.
  • Kein dauerhaftes Nutzungsrecht. Sobald das Abonnement nicht verlängert wird, erlischt das Nutzungsrecht. Das Gerät wird innerhalb von 90 Tagen auf Windows Pro zurückgesetzt.

In der Variante Windows 10 Enterprise E5 CSP ist zusätzlich der Sicherheitsdienst Windows Defender Advanced Threat Protection (ATP) enthalten, um Bedrohungen im Netzwerk zu erkennen und darauf reagieren zu können.

Auf Windows 10 umsteigen und die richtige Variante für Unternehmen und Einrichtung finden